Methodik

Diese Seite rechnet mit amtlichen Daten, aber sie rechnet. Was dabei herauskommt, ist belastbar – innerhalb von Grenzen, die hier vollständig benannt werden. Wer eine Zahl von dieser Seite weiterverwendet, sollte diesen Text gelesen haben.

Datenquellen

  • Datenbank gemeldete Arbeitsstellen · Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Monatswerte je Kreis und Berufsgruppe
  • Datenbank Arbeitslosigkeit · Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Monatswerte je Kreis und Berufsgruppe
  • Klassifikation der Berufe 2010 (Fassung 2020) · Berufssystematik und Verzeichnis der Berufsbezeichnungen
  • Verwaltungsgebiete 1:2 500 000 (VG2500) · Bundesamt für Kartographie und Geodäsie, Kreisgrenzen, dl-de/by-2-0

Datenstand dieser Ausgabe: August 2026. Die Zeitreihen umfassen 60 Monate (September 2021 bis August 2026).

Die Bundesagentur erlaubt die Verwendung und Verbreitung ihrer Daten mit Quellenangabe; eigene Berechnungen sind zulässig, müssen aber als solche gekennzeichnet werden. Der Stellenandrang, alle Ränge, alle Vergleiche und alle Berufsfeld-Summen auf dieser Seite sind eigene Berechnungen auf Basis der genannten Daten. Über das Datenportal GovData sind die Statistikangebote der Bundesagentur zusätzlich unter CC BY-SA ausgewiesen.

Die Kreisgrenzen stehen unter der Datenlizenz Deutschland – Namensnennung 2.0: © BKG (2026) dl-de/by-2-0. Für die Darstellung wurden sie von UTM 32N auf eine SVG-Zeichenfläche umgerechnet und vereinfacht – das ist eine Bearbeitung im Sinne der Lizenz und deshalb hier vermerkt.

Die wichtigste Einschränkung: gemeldete Stellen sind nicht alle Stellen

Die Bundesagentur kennt nur die Stellen, die ihr gemeldet werden. Es besteht keine Meldepflicht. Wie groß der Anteil ist, unterscheidet sich erheblich – nach Beruf, nach Betriebsgröße und nach Region. Handwerk und Pflege melden traditionell viel, IT-Unternehmen und große Konzerne mit eigener Karriereseite deutlich weniger.

Was daraus folgt: Die absolute Zahl auf diesen Seiten ist eine Untergrenze, kein Marktvolumen. Und der Vergleich zwischen zwei Berufen ist schwächer als der Vergleich desselben Berufs zwischen zwei Kreisen oder über die Zeit – dort kürzt sich die unterschiedliche Meldequote weitgehend heraus.

Arbeitslose sind nicht Arbeitsuchende

Diese Unterscheidung ist in Deutschland wichtiger, als sie klingt. Arbeitsuchend ist, wer eine Beschäftigung sucht – auch aus einem bestehenden Arbeitsverhältnis heraus. Arbeitslos ist nur die Teilmenge derer, die dabei nicht beschäftigt sind, dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen und sich arbeitslos gemeldet haben.

Diese Seite rechnet mit Arbeitslosen, weil nur für sie monatliche Zahlen in der Kombination Kreis × Berufsgruppe vorliegen. Die Bundesagentur selbst verwendet für ihre Engpassanalysen eine andere Kennzahl: Arbeitsuchende je gemeldeter sozialversicherungspflichtiger Stelle ohne Arbeitnehmerüberlassung, und das nur als Jahreswert.

Was daraus folgt: Der hier gezeigte Stellenandrang unterschätzt die tatsächliche Konkurrenz um eine Stelle, weil beschäftigte Wechselwillige nicht mitgezählt werden. Er ist deshalb nicht mit den Werten der BA-Fachkräfteanalysen vergleichbar – gleicher Name, andere Definition.

Zwei Lesarten, nicht gleich belastbar

Auf den Berufs- und Kombinationsseiten steht dieselbe Zahl zweimal ausgelegt: einmal für Bewerber:innen, einmal für Betriebe. Das ist keine Verdopplung, sondern die Folge davon, dass die Kennzahl zwei Fragen mit entgegengesetztem Vorzeichen beantwortet. „Wie viele bewerben sich außer mir?“ und „Wie viele kann ich auswählen?“ haben bei einem Wert von 1,5 dieselbe Grundlage und gegenläufige Antworten.

Die beiden Lesarten sind aber unterschiedlich verlässlich. Für Bewerber:innen liegen Zähler und Nenner im selben Kanal: Wer sich über die Bundesagentur bewirbt, konkurriert mit den dort gemeldeten Arbeitslosen um die dort gemeldeten Stellen. Für einen Betrieb zählt dagegen der ganze Markt – und etwa die Hälfte der offenen Stellen ist der Bundesagentur nicht gemeldet. Diese Stellen werben um dieselben Arbeitslosen, stehen aber nicht im Nenner.

Für Betriebe ist der angezeigte Wert deshalb systematisch zu günstig: Es gibt weniger Auswahl, als die Zahl nahelegt. Diese Seite rechnet das nicht heraus. Die IAB-Stellenerhebung misst die Meldequote quartalsweise; in den letzten acht Quartalen lag sie zwischen 43 % und 52 %, und wie sie je Beruf und Kreis ausfällt, weist keine Statistik aus. Eine Korrektur mit einem Durchschnittsfaktor würde Genauigkeit vortäuschen, die es nicht gibt. Genannt wird deshalb nur die Richtung des Fehlers, und zwar dort, wo die Lesart steht.

Zum Vergleich: In Österreich liegt die Meldequote bei rund 61 %. Die deutschen Daten decken also einen kleineren Teil des Marktes ab als die österreichischen – bei gleicher Kennzahl.

Alle Werte sind auf Zehner gerundet

Die Bundesagentur rundet die Zahlen ihrer interaktiven Datenbanken aus Gründen der statistischen Geheimhaltung auf Vielfache von zehn. Eine angezeigte 10 kann alles zwischen 5 und 14 bedeuten, eine angezeigte 0 alles zwischen 0 und 4.

Was daraus folgt: Kleine Werte sind ungenauer, als sie aussehen. Deshalb entstehen auf dieser Seite gar keine indexierten Seiten unterhalb von 30 gemeldeten Stellen, und Berufsgruppen unter 200 Stellen bundesweit bekommen keine eigene Seite. Aus demselben Grund werden Kreissummen und bundesweite Summen nicht aus den Einzelzellen aufaddiert, sondern aus den Summenzeilen der Bundesagentur übernommen – die sind aus ungerundeten Werten gebildet.

Pendler: Arbeitslose zählen am Wohnort, Stellen am Arbeitsort

Das ist die größte Verzerrung auf Kreisebene. Wer in Fürstenfeldbruck wohnt und in München arbeitet, erscheint bei den Arbeitslosen in Fürstenfeldbruck – die Stelle, auf die er sich bewirbt, zählt zu München. Kreise im Umland großer Städte wirken dadurch angespannter, als sie sind; die Kernstädte entspannter.

Die Bundesagentur empfiehlt für solche Betrachtungen ausdrücklich die funktionalen Arbeitsmarktregionen statt der Kreise. Davon gibt es 52; sie fassen Kreise nach Pendelverflechtung zusammen. Die Werte auf dieser Ebene liegen der Pipeline bereits vor, die amtliche Zuordnung Kreis → Arbeitsmarktregion veröffentlicht die Bundesagentur jedoch nicht offen. Bis sie vorliegt, bleibt die Arbeitsmarktregion eine zweite Lesart und kein Umschalter auf jeder Kreisseite.

Was daraus folgt: Der Vergleich zwischen benachbarten Kreisen ist der schwächste, den diese Seite anbietet. Vergleiche innerhalb eines Bundeslandes oder über die Zeit sind belastbarer.

Berufsgruppen und Berufsfelder

Die Bundesagentur gliedert Berufe nach der Klassifikation der Berufe 2010 in fünf Ebenen: 10 Berufsbereiche, 37 Berufshauptgruppen, 144 Berufsgruppen, 702 Berufsuntergruppen und 1.300 Berufsgattungen.

Diese Seite arbeitet auf der Ebene der Berufsgruppen (145 Stück inklusive der Streitkräfte- und Restkategorien). Das ist die feinste Ebene, auf der eine Auswertung je Kreis noch flächendeckend belastbar ist: Auf Ebene der Berufsuntergruppen entstünden 702 × 400 ≈ 280.000 Kombinationen, von denen die allermeisten leer oder – nach der Rundung – einstellig blieben.

Die 25 Berufsfelder dieser Seite sind eine vereinfachte eigene Zusammenfassung der Berufshauptgruppen und keine amtliche Gliederung der Bundesagentur. Sie existieren als Navigationsebene, weil 144 Einträge kein Menü sind.

Die Anzeigenamen der Berufsgruppen sind teilweise gekürzt, wo der amtliche Name für eine Überschrift zu lang ist. Der vollständige amtliche Name steht auf jeder Berufsseite. Die Suche kennt zusätzlich die amtlichen Berufsbezeichnungen der Bundesagentur, sodass Alltagswörter wie „Krankenschwester“ oder „Elektriker“ die richtige Gruppe finden.

Die Streitkräfte: bundesweit gezählt, keinem Kreis zugeordnet

Die Bundesagentur zählt die Stellen der Streitkräfte (Berufshauptgruppe 01 der Klassifikation der Berufe) in ihren Bundeszahlen mit. Gemeldet werden sie aber fast alle an einem Ort: 37.110 der 40.800 Stellen stehen in Köln, dem Sitz des Personalamts der Bundeswehr. Als Kreiszahl gelesen, hätte Köln damit 44.090 gemeldete Stellen – mehr als jeder andere Kreis Deutschlands – und einen Andrang von 1,3 statt 8,2 Arbeitslosen je Stelle. Ein reiner Verwaltungseffekt.

Diese Seite rechnet die Streitkräfte deshalb aus allen Kreis-, Landes- und Berufszahlen heraus. Die Kennzahlen oben auf der Startseite bleiben die amtlichen. Als Vergleichswert auf den Kreis- und Berufsseiten dient dagegen der Schnitt aller Kreise: 5,0 statt 4,7 Arbeitslose je gemeldeter Stelle. Gegen die amtliche Zahl gemessen, erschienen 26 Kreise „über dem Schnitt“, die in Wahrheit darunter liegen: Die amtliche Zahl enthält Stellen, die in keinem Kreis vorkommen.

Der Effekt ist neu und groß. Im August 2025 waren 15.390 solcher Stellen gemeldet, im August 2026 40.770. Die amtliche Bundessumme der gemeldeten Stellen stieg in diesem Jahr um 4 %, die Summe aller Kreise blieb gleich. Beim Andrang dreht sich damit sogar die Richtung: amtlich von 4,8 auf 4,7, über alle Kreise gerechnet von 4,9 auf 5,0. Der Andrangsverlauf auf der Startseite zeigt deshalb die Summe aller Kreise.

Fachkräfteengpässe: monatlich hier, amtlich einmal im Jahr

Wo auf eine gemeldete Stelle nur wenige Arbeitslose kommen, zeigt diese Seite monatlich und bis in jeden Kreis: als Andrang auf den Berufs-, Kreis- und Kombinationsseiten und im Kreisbericht als Signal „knappes Angebot“, samt der Zahl der Monate, seit denen es besteht.

Die amtliche Einstufung von Engpassberufen nimmt die Bundesagentur einmal im Jahr in ihrer Engpassanalyse vor, für Deutschland nach Berufsgattungen und für die Länder nach Berufsgruppen – nicht für Kreise. Sie verrechnet sechs Indikatoren: die Vakanzzeit (wie lange eine Stelle bis zur Besetzung offen ist), die Arbeitsuchenden je Stelle, die berufsspezifische Arbeitslosenquote, die Veränderung des Anteils ausländischer Beschäftigter, die Abgangsrate aus Arbeitslosigkeit und die Entwicklung der mittleren Entgelte. Ab einem Punktwert von 2,0 gilt ein Beruf als Engpassberuf.

Beides misst nicht dasselbe. Der Andrang hier entspricht ungefähr einem dieser Indikatoren (mit Arbeitslosen statt Arbeitsuchenden), dafür monatlich und regional feiner; die Vakanzzeit enthält die Datenbank der gemeldeten Arbeitsstellen, aus der diese Seite rechnet, nicht. „Knappes Angebot“ in einem Kreis heißt deshalb nicht „Engpassberuf“ im amtlichen Sinn – und ein Engpassberuf eines Landes kann in einzelnen Kreisen ausreichend besetzt sein. Diese Seite übernimmt die amtliche Einstufung deshalb nicht, sondern verlinkt sie.

Ausbildungsmarkt

Die Seite Ausbildungsmarkt und die Abschnitte auf den Kreisseiten beruhen auf den „Eckwerten Ausbildungsmarkt“ der Bundesagentur, abgerufen über ihre dokumentierte Schnittstelle – für jeden Kreis, jedes Land und Deutschland einzeln.

Der Ausbildungsmarkt zählt anders als der Arbeitsmarkt, in Berichtsjahren von Oktober bis September. Bewerberinnen und Bewerber und gemeldete Berufsausbildungsstellen sind seit Oktober aufsummiert, unversorgt und unbesetzt ist der Stand am Stichtag. Ein Monatswert ist deshalb nur mit demselben Monat anderer Jahre vergleichbar. Das Verhältnis „Bewerber je Stelle“ ist dasselbe, das die Bundesagentur als Bewerber-Stellen-Relation ausweist.

Gezählt wird nur, was über die Berufsberatung läuft: Jugendliche, die ihren Platz ohne die Agentur finden, und Stellen, die Betriebe nicht melden, fehlen. Alle Werte sind auf Zehner gerundet. Nach Berufen ist der Ausbildungsmarkt hier noch nicht gegliedert – diese Zahlen bietet die Bundesagentur bisher nur in ihrer interaktiven Anwendung an, ohne dokumentierte Schnittstelle.

Hinweis der Bundesagentur zum aktuellen Datenstand: Revidierte Daten. Es können Abweichungen gegenüber Auswertungen mit früherem Erstellungsdatum auftreten. Im Berichtsjahr 2025/26 sind die gemeldeten betrieblichen Berufsausbildungsstellen bundesweit überzeichnet. Schätzungsweise sind bis zu 7.500 Stellen betroffen. Eine genaue Quantifizierung ist nicht möglich.

400 Kreise – und warum die Bundesagentur 401 führt

Das amtliche Gebietsverzeichnis kennt 400 Kreise und kreisfreie Städte; die Bundesagentur führt in ihren Datenbanken einen mehr. Der Unterschied ist Hanau: Die hessische Sonderstatusstadt hat eine eigene Agenturzuständigkeit, gehört amtlich aber zum Main-Kinzig-Kreis.

Diese Seite rechnet Hanau dem Main-Kinzig-Kreis zu. Das ist verlustfrei – beide Bestände werden addiert – und hält Zahlen und Karte deckungsgleich. Die Pipeline bricht ab, falls die Bundesagentur ihre Gliederung ändert, statt stillschweigend eine Lücke in der Karte zu erzeugen.

Warum hier keine einzelnen Stellenanzeigen stehen

Die Statistik der Bundesagentur enthält ausschließlich Aggregate – nie einzelne Inserate. Und die BA-Jobsuche untersagt in ihren Nutzungsbedingungen ausdrücklich Robots, Webspider und ähnliche Technologien zur Datensammlung; sie setzt CAPTCHAs dagegen ein.

Der gewählte Weg ist deshalb derselbe wie beim österreichischen Schwesterprojekt: Die Marktlage wird hier dargestellt, für konkrete Inserate verlinkt jede Seite in die vorbefüllte Jobsuche der Bundesagentur. Kein Auslesen, kein Rechtsrisiko, und der Verkehr geht an die Quelle.

Die Trefferzahl dort wird nie zur Zahl hier passen. Diese Seite zeigt einen Monatsstichtag und nur gemeldete Stellen; die Jobsuche zeigt tagesaktuelle Inserate aus mehr Quellen und im Umkreis von 25 km. Beide Zahlen sind richtig.

Was noch fehlt

Die Bundesagentur veröffentlicht weitere Kennzahlen, die diese Seite bislang nicht zeigt, weil sie einem anderen Rhythmus folgen – Jahreswerte statt Monatswerte – und eine zweite Datenschicht brauchen:

  • Vakanzzeit · wie lange eine Stelle offen bleibt Fachkräftebedarf, jährlich
  • Engpassindikator · die offizielle Fachkräftebewertung der BA Fachkräftebedarf, jährlich
  • Medianentgelt · nicht für jede Kombination Kreis × Beruf verfügbar Entgeltstatistik, jährlich
  • Ausbildungsstellen · eigener Markt mit eigener Saison Ausbildungsmarkt, monatlich

Diese Werte kämen als zweiter Block neben die Monatswerte, ausdrücklich getrennt beschriftet – die BA-Jahreskennzahlen beruhen auf einer anderen Definition als der monatliche Wert oben und dürfen nicht stillschweigend dieselbe Zahl heißen.

Diese Website steht in keiner Verbindung zur Bundesagentur für Arbeit und wird von ihr weder betrieben noch unterstützt. Fehler in der Aufbereitung sind Fehler dieser Seite, nicht der Statistik.